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Lernzirkel-Bonusstation 2: Synästhesie - Material Text 1: Basisinformation zu Wassily Kandinsky Der Gedanke, das visuelle Material nach musikalischen Gesetzen zu ordnen und eine der modernen Musik entsprechende Harmonie zu schaffen, war die Folge der Begegnung und Freundschaft des Malers Wassily Kandinsky (1866 - 1944) mit dem Komponisten Arnold Schönberg, die Kandinsky und andere Mitglieder der Malergruppe des "Blauen Reiters", z.B. Franz Marc und August Macke, wesentlich beeinflusst hat. 1912 erschien die von Kandinsky verfasste theoretische Schrift: "Über das Geistige in der Kunst". Kandinsky fordert darin die "volle, unbeschränkte Freiheit des Künstlers in der Wahl seiner Mittel... Die abstrakte Kunst stellt neben die reale Welt eine neue, die äußerlich nichts mit der "Realität" zu tun hat. Innerlich unterliegt sie den Gesetzen der "kosmischen" Welt. So wird neben die "Naturwelt" eine neue "Kunstwelt" gestellt - eine ebenso reale Welt." So spricht Kandinsky vom "inneren Klang" der Bilder, setzt Farben mit dem Klang verschiedenster Instrumente in Beziehung und verwendet zur Beschreibung der Ausdrucksformen einzelner Bildzonen musikalische Vortragsbezeichnungen: "Andante: nur Kontur"; "Adagio: Flecken ohne Kontur"; "Presto: Durcheinander verschiedenfarbiger Flecken und schwarzer Linien".
Text 2: Basisinformation zu Arnold Schönberg (vgl. auch Lernzirkel-Station 6) Bei Arnold Schönberg findet man in seiner "Harmonielehre" (1911) folgende Festlegung bezüglich seiner neuen Musik: "Kunst ist auf der untersten Stufe einfache Naturnachahmung. Aber bald ist sie Naturnachahmung im erweiterten Sinne des Begriffs, also nicht bloß Nachahmung der äußeren, sondern auch der inneren Natur. Auf ihrer höchsten Stufe befasst sich die Kunst ausschließlich mit der Wiedergabe der inneren Natur."
Text 3: Malerei und Musik Kandinsky kommentierte Schönbergs Feststellung "Wir sind heute ja schon so weit zwischen Konsonanz und Dissonanz keinen Unterschied mehr zu machen. Oder wenigstens den, dass wir Konsonanzen weniger gern verwenden." (aus: A. Schönberg: "Harmonielehre") mit folgenden Worten: "Das ist, was man ,,Anarchie" nennt, worunter man eine Gesetzlosigkeit versteht und worunter man Ordnung verstehen muss, welche in einer anderen Sphäre wurzelt: in der der inneren Notwendigkeit. Gegensätze und Widersprüche, das ist unsere Harmonie... Logisch fließt daraus auch die Zusammenstellung zweier farbiger Töne miteinander. Auf diesem Prinzip der Antilogik werden jetzt Farben nebeneinander gestellt, die lange Zeit für disharmonisch galten. So ist es zum Beispiel mit der Benachbarung von Rot und Blau, dieser in keinem physikalischen Zusammenhang stehenden Farben, die aber gerade durch den großen geistigen Gegensatz unter ihnen als eine der stärkstwirkenden, eine der bestpassenden Harmonien heute gewählt werden. Unsere Harmonie ruht hauptsächlich auf dem Prinzip des Gegensatzes, diesem zu allen Zeiten größten Prinzip der Kunst."
Vorbemerkung zu der Bildreihe Kandinskys Die beiden Kohle-Studien aus Kandinskys Notizblock gehen aller Wahrscheinlichkeit nach auf den Eindruck eines Konzerts am 1. Januar 1911 zurück, das Kandinsky zusammen mit befreundeten Malern (Franz Marc, Alexej Jawlensky, Gabriele Münter) in München besucht hatte und in dem er zum ersten Mal Schönbergs Musik begegnet war. Der tiefe Eindruck, den diese Musik auf ihn machte, veranlasste den Maler, mit Schönberg in einen Briefwechsel zu treten. Die Skizzen, von denen die zweite auf der Rückseite das Datum 3.1.1911 trägt, zeigen die verschiedenen Entwicklungsstufen von der zeichnerisch festgehaltenen Aufführung der Klavierstücke bis zu deren malerisch farblicher Umsetzung.
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Wassily Kandinsky: Zwei Kohlestudien sowie das Gemälde "Impression III" (© VG Bild-Kunst) (Auf der CD sind alle Bilder des Lernzirkels enthalten. Die Copyright-Bestimmungen der "Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst" werden eingehalten.)
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